Sertralin Wirkungseintritt

Sertralin Wirkungseintritt | Bis die volle Wirkung des Medikaments / Wirkstoffs einsetzt, vergehen einige wenige Wochen... (© laurencesoulez / stock.adobe.com)

Sertralin Wirkungseintritt

Der verzögerte Wirkungseintritt des selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers Sertralin kann bei der Behandlung depressiver, traumatisierter oder angstbesetzter Patienten ein Problem darstellen. Der Wirkstoff Sertralinhydrochlorid wirkt stimmungsaufhellend, stimulierend und angstlösend. Er kann daher als Antidepressivum eingesetzt werden, wird aber auch bei Angststörungen und Zwangsstörungen verordnet. Auch bei Patienten mit einem posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) ergeben sich durch die Behandlung mit Sertralin oft gute Erfolge.

Der verzögerte Wirkungseintritt ist jedoch oft problematisch, weil die Befindlichkeit des Patienten sich nicht gleich nach der ersten Einnahme verbessert. Der Sertralin Wirkungseintritt bei depressiven Patienten ist erst nach etwa zwei Wochen zu vermelden. Dann tritt die stimmungsaufhellende Wirkung des Medikaments in der Regel ein. Angstpatienten müssen sogar häufig drei bis fünf Wochen auf die Wirkung der Tabletten warten. Bei Menschen mit PTBS kann es noch länger dauern. Trotzdem sind bei allen Erkrankungen gute Erfolge zu erwarten.

Der verzögerte Wirkungseintritt von Sertralin hat Folgen

Durch den verzögerten Wirkstoffeintritt von Sertralin muss häufig übergangsweise eine ergänzende Behandlung vorgenommen werden. Da es auch vor dem Antritt einer Psychotherapie lange Wartezeiten gibt, muss u.U. eine ergänzende medikamentöse Behandlung vorgenommen werden.

Die medizinischen Begleitmaßnahmen müssen unter anderem berücksichtigen, dass bei bestimmten psychischen Erkrankungen ein höhere Suizidrisiko besteht. Das gilt auch und insbesondere für Kinder und Jugendliche unter achtzehn. Für diese ist Sertralin daher nicht immer das geeignete Arzneimittel.

Der verzögerte Wirkungseintritt von Sertralin geht auf zwei Faktoren zurück: Die lange Dauer bis zum Wirkungseintritt beruht einerseits auf der notwendigen Anreicherung des Wirkstoffes im Gehirn. Dort hemmt der selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) die Wiederaufnahme des Serotonins in die dafür vorgesehenen Speicherzellen. Der Zweck dieser Übung: die Menge an frei verfügbarem und aktivem Serotonin ist größer. Die Folge ist ein stimulierender, stimmungsaufhellender und angstlösender Effekt.

Der zweite Faktor, der den Sertralin Wirkungseintritt verzögert, ist die Aufnahme des Arzneimittels über den Darmtrakt. Dabei muss die Leber passiert werden, was bei vielen Medikamenten einige Wirkstoffverluste nach sich zieht. Auch deswegen ist der Sertralin Wirkungseintritt vermutlich etwas verzögert. Je nach Erkrankung, Dosis und Schwergrad verzögert sich der Wirkungseintritt um 14 Tage bis zu sechs Wochen (vgl. Sertralin Erstverschlimmerung). Zudem reagiert jeder Stoffwechsel individuell auf das Medikament. Siehe auch: Was ist eine affektive Störung?

Quellen:

Wie kann man diesem Problem begegnen?

Der verzögerte Wirkungseintritt von Sertralin ist besonders bei Kindern, Jugendlichen und schwer depressiven Patienten ein Problem. Verschiedene Botenstoffe sorgen im Gehirn dafür, dass jemand angemessen auf Freude, Aufregung, Stress oder Trauer reagieren kann. Fehlen einige der Botenstoffe oder die Menge der Botenstoffe reicht nicht aus, kann man psychisch krank werden, so die aktuelle Theorie. Vor allem die Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin sind in diesem Zusammenhang wichtig. Vgl. auch: Sexualangst Symptome.

Bei depressiven Menschen ist heutiger Sicht nach das Botenstoff-Gleichgewicht aus der Balance geraten. Die Folge sind depressive Stimmungen, Schlafprobleme und Angstzustände. Das mindert die Lebensqualität zum Teil in erheblichem Maß. Bekannt ist, dass der verzögerte Wirkungseintritt von Sertralin oft erst nach zwei Wochen für eine Antriebssteigerung sorgt. In der Zwischenzeit sollte ein Übergangs-Medikament verabreicht werden – zum Beispiel ein stimulierendes koffeinhaltiges Präparat.

Die stimmungsaufhellende Wirkung tritt jedoch oft noch später ein. Sie kann bis zu sechs Wochen auf sich warten lassen. Der Grund: Der Wirkstoff Sertralin wirkt auf jeden Stoffwechsel individuell. Depressive Patienten, die suizidgefährdet sind, müssen u.U. übergangsweise ein Beruhigungsmittel erhalten. Gleiches kann Angstpatienten helfen. Sobald der Sertralin Wirkungseintritt bemerkt wird, können die Übergangs-Medikamente langsam abgesetzt werden. Das Sertralin darf jedoch vom Patienten nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Es muss unter ärztlicher Aufsicht ausgeschlichen werden. Vgl. auch: Sertralin Nebenwirkungen, Sertralin Erfahrungsberichte.

Quellen:

  • netdoktor.de/medikamente/sertralin/
  • doktorweigl.de/medikamente/sertralin-das-antidepressivum-wirkung-nebenwirkung-und-anwendungsgebiete-11615/
  • ppt-online.de/heftarchiv/2010/03/zur-pharmakotherapie-psychischer-storungen-bei-kindern-und-jugendlichen-mit-geistiger-behinderung.html
Sertralin Wirkungseintritt | Bis die volle Wirkung des Medikaments / Wirkstoffs einsetzt, vergehen einige wenige Wochen... (© laurencesoulez / stock.adobe.com)
Sertralin Wirkungseintritt | Bis die volle Wirkung des Medikaments / Wirkstoffs einsetzt, vergehen einige wenige Wochen… (© laurencesoulez / stock.adobe.com)

Wie schnell wirken andere Medikamente im Vergleich?

Häufig werden bei solchen psychischen Erkrankungen auch andere Medikamente genutzt. Beispiele dafür sind Mirtazapin, Opipramol oder Zopiclon.

Mirtazapin wird vornehmlich bei Depressionen genutzt. Es ist ein tetrazyklisches Antidepressivum, das auf das sympathische Nervensystem wirkt. Als Nebeneffekt kann eine Beruhigung und Schlafförderung eintreten. Off-Label sind daher auch Verwendungen als Schlafmittel üblich (vgl. auch: Mirtazapin Wirkungseintritt).

Opipramol ist ebenfalls ein trizyklisches Antidepressivum. Es wird wegen seiner beruhigenden, stimmungsaufhellenden und angstlösenden Wirkung verschrieben (vgl. auch: Angst vor der Zeit, Chronophobie). Die antidepressive Wirkung ist jedoch reduziert, weswegen es sich nicht als alleiniges Medikament für die Behandlung mittelschwerer und schwerer Depressionen eignet. Der Wirkungseintritt ist schneller (siehe auch: Opipramol Wirkungseintritt) als der von Sertralin, da es hier nicht um eine Hemmung von Botenstoffen geht.

Zopiclon ist ein GABA-Rezeptor-Agonist, der die Wirkung des Botenstoffes GABA beeinflusst. Dieser Wirkstoff hat vornehmlich eine beruhigende und sedierende Wirkung. Es besteht bei diesem Arzneiwirkstoff jedoch eine hohe Suchtgefahr. Daher darf Zopiclon nur bei schweren Schlafstörungen als Kurzzeit-Medikament eingesetzt werden (siehe auch: Zopiclon Wirkungseintritt). Im Vergleich zum verzögerten Sertralin Wirkungseintritt tritt die Wirkung hier bedeutend schneller ein.

Quellen:

  • netdoktor.de/medikamente/mirtazapin/
  • de.wikipedia.org/wiki/Mirtazapin
  • de.wikipedia.org/wiki/Opipramol
  • netdoktor.de/medikamente/opipramol/
  • mywaybettyford.de/suchtkompendium/zopiclon/
  • gelbe-liste.de/wirkstoffe/Zopiclon_10330
  • gesundheit.de/medizin/wirkstoffe/sonstige-wirkstoffe/zopiclon