Psychopharmaka Übersicht

Psychopharmaka Übersicht - Liste der Medikamente mit Wirkung und Nebenwirkungen (© psdesign1 - stock.adobe.com)
Psychopharmaka Übersicht - Liste der Medikamente mit Wirkung und Nebenwirkungen (© psdesign1 - stock.adobe.com)

Psychopharmaka – Fluch und Segen

Laut WHO sind weltweit 300 Millionen Menschen von depressiven Erkrankungen betroffen. In Deutschland sind ca. 10 % der Bevölkerung an einer Depression erkrankt. Die Behandlung von depressiven Störungen und anderen psychischen Erkrankungen erstrecken sich über vielfältige Therapiemaßnahmen, Gruppensitzungen und der medikamentösen Behandlungen. Antidepressiva werden seit 70 Jahren eingesetzt, um diese psychischen Erkrankungen gezielt zu behandeln.

Forschung und auch viele Hersteller profitieren von dem Geschäft, was heute mit psychischen Erkrankungen gemacht wird. Ob es nun daran liegt, dass Menschen heutzutage offener mit Problemen wie Burn-out, PTBS, Psychosen, depressiven Verstimmungen oder Zwangsgedanken umgehen oder ob psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch sind, ist dabei unklar. Dennoch handelt es sich für Forschung und Hersteller bei Psychopharmaka Medikamenten um ein lohnendes und lukratives Geschäft.

Psychopharmaka rufen die unterschiedlichsten Wirkungen bei den Menschen hervor, je nachdem welcher Bereich des Gehirnes in welchem Ausmaß betroffen ist. Psychopharmaka Medikamente setzen sich aus Substanzen zusammen, die im Gehirn Stoffwechselvorgänge in Gang setzen und damit eine Verhaltensänderung bewirken. Als unverzichtbarer Bestandteil haben sich diese Medikamente zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Borderline oder bipolaren Störungen erwiesen. In der Regel kann nur ein Facharzt diese Medikamente verschreiben. Aber auch Schlaf- und Beruhigungsmittel zählen zur Psychopharmaka Liste und können auch vom Hausarzt zum Schlafen verschrieben werden.

Dieser Beitrag soll Ihnen ein Überblick über die wesentlichen Auswirkungen von Psychopharmaka geben. Zu Fragen wie „wann wirken die Medikamente?“ oder „wie wirken die Medikamente?“ sollen hier grundlegende Überlegungen dargestellt werden.

Definitionen

An dieser Stelle soll zunächst eine Definition wichtiger medizinischer Begriffe erfolgen, bevor auf die Psychopharmaka Übersicht näher eingegangen wird.

Definition Burn-out: Unter dem Burnout versteht man eine körperliche und emotionale Erschöpfung. Den Erfahrungen zur Folge wird diese Krankheit oft als ein Ausgebranntsein beschrieben. Nach monatelangem Stresserleben wird ein Zustand der totalen Erschöpfung mit Dauermüdigkeit erlebt.

Definition Borderline: Bei der Borderline Erkrankung handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung. Diese ist durch extreme Impulsivität charakterisiert. Aber auch Stimmungsschwankungen und Probleme mit den zwischenmenschlichen Beziehungen kennzeichnen diese Erkrankung (siehe Borderline Störungen).

Definition PTBS: PTBS ist die Abkürzung, die für den Fachbegriff „posttraumatische Belastungsstörung“ steht. Diese äußerst sich durch die psychische Reaktion auf ein traumatisches und extremes Ereignis.

Definition Psychose: Zu den bekanntesten Psychosen zählt die Schizophrenie. Kennzeichnend hier sind Denkstörungen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Patienten, die unter einer Psychose leiden, haben eine veränderte Selbstwahrnehmung. Ein Überschuss des Botenstoffes Dopamin ist hier für diese veränderte Wahrnehmung verantwortlich und führt zu einem veränderten Verhalten. Bei Schizophrenie werden primär Neuroleptika zur Behandlung eingesetzt.

Im Folgenden soll eine Psychopharmaka Übersicht dargestellt werden. Es folgt eine Einteilung der verschiedenen Psychopharmaka Gruppen, die sich durch ihre Wirkungsweisen unterscheiden.

Ja oder Nein zu Psychopharmaka?

Ja oder Nein? Gerade wenn man zum ersten Mal mit Psychopharmaka konfrontiert ist, stellt man sich vermutlich viele Fragen. Zu diesen Fragen gehören unter anderem:

  • Welche gibt es?
  • Wie lange dauert der Effekt bei meinem Medikament?
  • Wie lange muss ich das Medikament einnehmen?
  • Darf das Medikament vom Hausarzt verschrieben werden?
  • Darf ich bei einem bestehenden Kinderwunsch die Psychopharmaka überhaupt einnehmen, ohne, dass Langzeitschäden bei meinem Kind entstehen werden?

Zunächst sei einmal gesagt, dass die Frage – Ja oder Nein zu Psychopharmaka – jeder Betroffene nur für sich allein beantworten kann. Bei leichten Depressionen kann es sinnvoll sein, sich mit der Funktionsweise von Naturheilmitteln auseinanderzusetzen. Bei schwereren depressiven Verstimmungen oder gar Psychosen sollte nicht auf rezeptfreie Alternativen gesetzt werden. Abhängig von der Art der jeweiligen Psychopharmaka muss man mit einer Wartezeit von 4-6 Wochen rechnen, bevor sich der Effekt einstellt. In der Regel wird mit einer geringeren Dosis begonnen und nach anfänglicher Gewöhnung diese stetig erhöht. Auch bei einem bestehenden Kinderwunsch muss nicht grundsätzlich vollkommen auf den Einsatz von Psychopharmaka verzichtet werden. Hat die Mutter vorher schon jahrelang Psychopharmaka eingenommen und geht es ihr nur mithilfe dieses Medikamentes gut, sollte auch bei einem Kinderwunsch je nach Abwägung nicht davon Abstand genommen werden. Allerdings erzwingt sich hier die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Gegen die Einnahme diverser Psychopharmaka während der Schwangerschaft spricht oftmals, dass man nicht genug Erfahrungen hat, da sich „Tests“ und „Studien“ hierbei weitestgehend verbieten. Trotzdem glaubt man, dass einige Tabletten weniger geeignet sind als andere. Auf Alkoholkonsum sollte während der Therapiemaßnahmen vollständig verzichtet werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Grundlage der Psychopharmaka Übersicht bilden sechs verschiedene Gruppen, deren Einteilung aufgrund ihrer Wirkungsweise erfolgt:

  1. Antidepressiva
  2. Antipsychotika
  3. Phasenprophylaktika
  4. Schlaf- und Beruhigungsmittel
  5. Psychostimulanzien
  6. Antidementiva

Antidepressivas werden als Stimmungsaufheller eingesetzt, können sich positiv auf den Antrieb von Patienten auswirken und mildert Angst- und Unruhe ab. Die Funktionsweise von Antidepressiva beruht auf den Botenstoffen Noradrenalin und Serotonin. Diese nehmen Einfluss auf die Stoffwechselvorgänge im Gehirn und rufen damit eine Verhaltensänderung hervor. Diese können verschiedene Wirkungen hervorrufen. Während die einen einen stimmungsaufhellenden, antriebssteigernden Effekt haben, wirken andere wiederum gegen Angst, Panikattacken und werden zum Schlafen erfolgreich eingesetzt.

Psychotische Störungen, die sich durch Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen äußern, können durch den Einsatz von Antipsychotika gemildert werden. Sie kommen insbesondere bei Schizophrenie zum Einsatz. Durch den Einsatz dieser Tabletten werden die Auswirkungen des Neurotransmitters Dopamin gehemmt und der Patient erreicht ein besseres Wohlbefinden. Dopamin ist ein Nervenbotenstoff im Gehirn, der für den Antrieb und Motivation der Menschen verantwortlich ist. Bei Schizophrenie oder anderen psychotischen Störungen ist der Anteil an Dopamin zu groß. Mithilfe von Antipsychotika kann dieser Wirkstoff regulierend auf die Konzentration des Dopamins einwirken.

Zur Behandlung von bipolaren Störungen, zu denen zum Beispiel manisch-depressive Erkrankungen gehören, kann der Einsatz von Phasenprophylaktika kommen. Diese Tabletten greifen regulierend ein, sodass ein normales Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Lithium hat sich in dieser Hinsicht als sehr erfolgversprechend erwiesen.

Benzodiazepine gehören zu der Gruppe der Schlaf- und Beruhigungsmittel und werden zur Milderung von Schlafstörungen eingesetzt. Aufgrund ihres hohen Abhängigkeitspotenzials dürfen diese Medikamente allerdings nicht länger als 2 Wochen eingesetzt werden. Diese Medikamente dürfen zur Bekämpfung von Schlafstörungen vom Hausarzt verschrieben werden.

Psychostimulanzien werden bei Störungen wie Narkolepsie oder der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gezielt eingesetzt. Besonders das bei ADHS verwendete Ritalin wird bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt, um eine höhere Konzentration zu erzielen. Da dieses Medikament auf gesunde Menschen eine aufputschende Wirkung hat, wird es auf dem Schwarzmarkt rezeptfrei verkauft. Vorsicht hierbei!

Antidementiva werden bei Demenz eingesetzt. Im Alter kommt es häufig zu erhöhten Konzentrations-, Lern- und Gedächtnisstörungen. Antidementiva wirken sich förderlich auf die Demenz aus, was Patienten im Alter wieder ein besseres Wohlbefinden verleiht.

Antidepressiva und ihre Wirkung / Wirkungsweisen

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, wie wirkt mein Medikament auf meinen Körper? Die Antwort hängt vom konkreten Arzneimittel ab. An dieser Stelle schauen wir exemplarisch auf einige verbreitete depressionslösende Präparate.

  • Citalopram
  • Cipralex
  • Cymbalta
  • Doxepin

Citalopram

Citalopram gehört zu der Gruppe der Antidepressiva und ist den SSRI (Selective Seroton Re-uptake Inhibitor) Tabletten zuzuordnen. Der Botenstoff Serotonin ist im Gehirn für den Antrieb und die Stimmung verantwortlich. Das Präparat will helfen, indem es die Konzentration des Botenstoffs Serotonin erhöht. Dadurch wird eine Antriebssteigerung erreicht. Citalopram eignet sich damit als Stimmungsaufheller und für mehr Antrieb. Die Wirksamkeit von Citalopram beruht also auf einer Steigerung der Konzentration des Botenstoffes Serotonin. Zu den bekanntesten unerwünschten Begleiterscheinungen zählen die Abnahme der Libido, weniger Appetit und Gewichtsabnahme sowie Konzentrationsstörungen. Wechselwirkungen sind vor allem mit der Heilpflanze Johanniskraut bekannt. Diese kann die Auswirkungen von Citalopram verstärken. Ist die akute Phase vorbei, sollte man Citalopram nicht abrupt absetzen. Das Absetzen des Präparates sollte nach ärztlicher Anweisung erfolgen, da ansonsten Nebenwirkungen wie Zittern, Schlafstörungen oder Schwindelgefühl auftreten können. Diese lassen sich dem abrupten Entzug des Präparates zuordnen.

Cipralex

Eine Alternative zu Citalopram ist Cipralex. Auch Cipralex gehört zur Gruppe der SSRI. Hierbei handelt es sich um ein Medikament, das vor allem bei schweren Depressionen, aber auch Angststörungen, Panikattacken und Zwangsstörungen eingesetzt wird. Auch Cipralex zielt auf eine Erhöhung der Serotonin Konzentration ab und führt damit zu stimmungsaufhellender Wirkung und sorgt für mehr Antrieb. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Gewichtszunahme, Störungen der Libido und Schlafstörungen. Wechselwirkungen sind bei diesem Präparat vor allem mit Johanniskraut und Neuroleptika bekannt. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Cipralex nicht eingenommen werden. Vor allem die Einnahme in den letzten Schwangerschaftsmonaten kann Langzeitschäden hervorrufen. Zwar sind bei Cipralex keinerlei Wechselwirkungen zwischen dem Medikament und Alkohol bekannt, aber es sollte während der Einnahme auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden.

Cymbalta

Eine weitere Alternative ist das Präparat Cymbalta. Cymbalta wird bei schwereren Formen depressiver Störungen, Angststörungen und Schmerzen eingesetzt. Sein Effekt beruht auf dem SNRI-Prinzip (Serotonin/Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmer). Der Abtransport von Serotonin und Noradrenalin im Gehirn wird reduziert, wodurch ein stimmungsaufhellender Effekt erzielt wird. Zittern, Schlafstörungen, Gewichtszunahme und Muskelschmerzen können dabei auftreten. Wechselwirkungen sind insbesondere mit Johanniskraut, Alkohol und Antipsychotika bekannt. Hier sollte ein Arzt oder Apotheker zurate gezogen werden. Wollen/sollen Sie das Medikament nicht mehr nehmen, sollte der Einfluss des Medikaments über einen Zeitraum von 2 Wochen langsam reduziert werden. Cymbalta sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Auch Kinder im Jugendalter sollten dieses Medikament nicht einnehmen.

Doxepin

Doxepin ist ein Präparat, das trizyklisch wirkt. Es hat eine beruhigende Wirksamkeit, wird damit bei depressiven Patienten wie auch bei Störungen des Schlafverhaltens eingesetzt. Auch zum Schlafen kann das Medikament wirkungsvoll eingesetzt werden. Doxepin wirkt positiv auf die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin und bewirkt damit einen stimmungsaufhellenden Effekt. Die Wirksamkeit stellt sich allerdings erst nach einigen Wochen der Einnahme ein. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Zittern und Gewichtszunahme. Während der Behandlung sollte kein Alkohol konsumiert werden. Außerdem sind Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen gegen Depression bekannt und sollte in diesem Fall nicht eingenommen werden.

Duloxetin

Die Wirkung von Duloxetin beruht auf dem Mechanismus der SSNRI: Die Wirksamkeit, die auf das Präparat zurückzuführen ist, beruht auf dem Effekt der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung. Duloxetin wird bei Depressionen und Schmerzen eingesetzt. Nach 6 Stunden ist die maximale Konzentration im Blut nachweisbar. Bei der Einnahme können Schlafstörungen und eine Gewichtszunahme auftreten. In der Stillzeit und Schwangerschaft darf das Medikament nicht eingenommen werden, da eine Schädigung des Kindes nicht ausgeschlossen ist.

Opipramol

Opipramol wirkt gegen Angst und wird als leichter Stimmungsaufheller bei Depressionen verwendet. Die Wirkung von Opipramol ist auf eine Bindung bestimmter Bindungsstellen im Gehirn zurückzuführen. Nach 3 Stunden ist die maximale Konzentration im Blut nachweisbar. Besonders bei einer Angststörung wird Opipramol eingesetzt.

Beispiele für Tranquilizer

Besonders bei Tranquilizern sollte darauf geachtet werden, dass die Medikamente nicht länger als notwendig eingenommen werden, da die langfristige Einnahme zur Abhängigkeit führen kann. Auf das Autofahren sollte bei diesen Medikamenten gänzlich verzichtet werden, da Tranquilizer die Fahrtauglichkeit negativ beeinträchtigen kann.

Ein Beispiel für Tranquilizer ist Tavor. Tavor zählt zu den Benzodiazepinen. Bevorzugt wird Tavor zur Behandlung von Epilepsie-Erkrankungen eingesetzt, aber auch zur Beruhigung gegen Stress oder Burn-out (vgl. den Artikel zu Beruhigungstabletten). Tavor ruft bei einzelnen Nervenbotenstoffen bestimmte Reaktionen hervor. Dadurch wird eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung erzielt, auch die Aggressivität wird durch den Einsatz von Tavor gehemmt. Zu den bekanntesten Nebenwirkungen zählen starke Müdigkeit und Schläfrigkeit bis hin zur Verwirrtheit. Da Tavor zur Abhängigkeit führt, sollte das Medikament nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Während der Behandlung sollte man nicht Autofahren, da die Einnahme des Medikaments sich negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken kann.

Neuroleptika zur Behandlung von Psychosen

  • Clozapin
  • Chlorpromazin

Clozapin

Clozapin wird hauptsächlich für Erkrankungen wie Schizophrenie eingesetzt. Es handelt sich bei den Antipsychotika um Medikamente, die nicht abhängig machen. Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind auf ein Überangebot des Botenstoffes Dopamin zurückzuführen.

Der Einsatz von Clozapin wirkt hier hemmend, wodurch das Denken und die Selbstwahrnehmung wieder in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Bei der Vergabe dieses Medikamentes sind regelmäßige Blutbildkontrollen notwendig, da ein Mangel an weißen Blutkörperchen wie auch an Granulozyten verursacht werden kann. Begleiterscheinungen, die bei Clozapin auftreten, bewirken eine Gewichtszunahme, vermehrter Speichelfluss, Muskelzuckungen und auch EEG-Veränderungen kommen vor.

Clozapin darf nicht eingenommen, wenn bereits Medikamente eingenommen werden, die auf die Knochenmarksfunktion Einfluss nehmen. In Bezug auf Einflüsse anderer Medikamente sollte hier ein Arzt zurate gezogen werden. Zwar ist die Einnahme des Medikaments in der Stillzeit unter Vorbehalt möglich, auf eine Einnahme während der Schwangerschaft muss verzichtet werden.

Chlorpromazin

Chlorpromazin gehört zu den Gruppen der Neuroleptika und werden vor allem bei psychotischen Erkrankungen sowie starker innerer Unruhe eingesetzt. Die Wirksamkeit nimmt Einfluss auf das zentrale Nervensystem. Dopamin-Andockstellen werden durch die Wirkstoffe des Medikaments gedrosselt. Dopamin wird außerdem nicht freigesetzt und weitergegeben. Die zahlreichen Nebenwirkungen sind auf die drosselnde Wirkung der eigenen Botenstoffe zurückzuführen. Durch den Einsatz von Chlorpromazin wird die Aggressivität gemindert, ein Ausgleich auf die Stimmungslage findet statt und der Körper findet zur Ruhe. Da das Medikament sich auch bei Schlafstörungen förderlich auswirkt, wird es auch von Menschen für den Schlaf eingenommen.

Psychostimulanzien

Ritalin gehört zu der Gruppe der Psychostimulanzien und wird eingesetzt, um die Konzentration und die Aufmerksamkeit bei Kindern und im Jugendalter zu erhöhen. Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom sorgt bei Kindern und im Jugendalter dafür, dass eine vermehrte Nervosität, Unkonzentriertheit und innere Unruhe auftreten. Durch die Vergabe dieser Medikamente soll dafür gesorgt werden, dass Kinder und Jugendliche wieder ohne Einschränkungen am Leben teilhaben können. Ritalin ist ohne Rezept nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Ist die Krankheit von einem Arzt bestätigt worden, kann dieser die Medikamente verschreiben. Auch Ritalin führt zur erhöhten Abhängigkeit und bedarf ärztlicher Kontrolle.

Medikamente bei Epilepsie

Pregabalin

Pregabalin wird bei epileptischen Anfällen, gegen Angst sowie bei Schmerzen im neuropathischen Bereich eingesetzt. Der Wirkstoff Pregabalin ruft im Kleinhirn Reaktionen hervor und beeinflusst die Purkinje-Zellen. Dort, wo das Calcium in die Zellen gelangt, wird durch das Präparat Pregabalin dafür gesorgt, dass weniger Calcium hineingelangt und damit weniger Botenstoffe ausgeschüttet werden. Leiden Patienten unter epileptischen Anfällen kann durch Pregabalin erreicht werden, dass Krampfanfälle gemildert werden und sich deutlichreduzieren. Auch gegen eine Angststörung oder Schmerzen im neuropathischen Bereich kann das Medikament fordernd eingreifen.

Wann kann auf Psychopharmaka verzichtet werden?

Besonders in den vergangenen Jahren hat der Einsatz vor allem vor dem Hintergrund seiner Sinnhaftigkeit sehr viel Kritik erfahren.
Ritalin oder Medikinet sind Medikamente, die bei ADHS eingesetzt werden. Bei der Wirkungsweise gehen die Meinungen stark auseinander. Leiden Kinder unter ADHS sind Eltern zunächst verunsichert, weil sie ihren Kindern nicht Psychopharmaka verabreichen wollen. Auch bei Ritalin sind sehr viele Nebenwirkungen bekannt, die insbesondere Eltern abschrecken. Auf der anderen Seite bewirken diese Medikamente nicht nur eine bessere mentale Fokussierung, sondern wirken sich auch positiv auf die Leistungen von Kindern in der Schule aus. Hier sollte es an den Ärzten liegen, eine bessere Aufklärungsarbeit zu leisten. Auf den ersten Blick scheint es verständlich, Kinder nicht mit chemischen Substanzen vollstopfen zu wollen, auf der anderen Seite stehen Kinder, die unter ADHS leiden, sich oft selber im Weg.

Sicher kann auch dazu übergegangen werden, depressive Erkrankungen durch Naturheilmittel zu lindern. Welche gibt es? Diese Medikamente, zu denen besonders Johanniskraut zählt, können ohne Rezept erworben werden. Allerdings können diese nur zur Linderung von sehr leichten depressiven Verstimmungen zum Einsatz kommen. Bei schwereren Depressionen muss auf Psychopharmaka zurückgegriffen werden. Da besonders antidepressiv wirkende Medikamente nicht zu einer Abhängigkeit führen, kann auch jahrelang eine medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka erfolgen, ohne, dass Langzeitschäden zu erwarten sind.

Wann wirken Psychopharmaka?

Die ersten stimmungsaufhellenden Effekte dürften innerhalb von 7 Tagen erfolgen. Für die komplette Entfaltung der depressionslösenden Wirkung muss mit einer Wartezeit von 4-6 Wochen gerechnet werden. Auch das ist wieder abhängig von der Art des verschriebenen Medikamentes.

Wie wirkt das Medikament auf den menschlichen Körper?

Wie wir bei der oben geschilderten Darstellung gesehen haben, ist das abhängig von dem Medikament. So unterschiedlich die Psychopharmaka sind, so unterschiedlich sind auch ihre Wirkungsweisen. Selbst innerhalb einer Gruppe sind Unterschiede festzustellen. Werden Psychopharmaka eingesetzt, um depressive Störungen zu lösen, so kann hier entweder eine stimmungsaufhellende Wirkung erzielt werden oder aber müde machende Effekte. Zu Letzteren zählen die Medikamente Mirtazapin oder Doxepin. Ein typischer Vertreter der stimmungsaufhellenden Medikamente ist Citalopram sowie alle anderen SSRI Medikamente.

Das abrupte Absetzen von Medikamenten, die depressionslösend ausgelegt sind, kann Entzug verursachen. Es ist nicht ratsam, diese Medikamente abzusetzen, ohne einen Arzt zu konsultieren. Zwar werden durch diese Gruppe an Medikamenten keine Abhängigkeit verursacht, dennoch sind Auswirkungen bekannt, die auf einen Entzug hindeuten. Haben Sie die Tabletten zu schnell abgesetzt, können Entzugserscheinungen wie grippeähnliche Symptome, extreme Müdigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Verwirrtheit und Benommenheit auftauchen. Werden die Medikamente dann wieder eingenommen, verschwinden die Symptome innerhalb weniger Tage. Sollte man der Meinung sein, dass die Tabletten nicht mehr notwendig sind für das allgemeine Wohlbefinden, muss in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Anschließend ist das langsame Ausschleichen der Medikamente sinnvoll, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Auf Alkoholkonsum sollte während der medikamentösen Behandlung von Psychopharmaka verzichtet werden. Zwar sind nicht bei allen Medikamenten bestimmte Wechselwirkungen bekannt, dennoch ist es sinnvoll. in diesen Phasen kein Alkohol zu konsumieren.

Kann ich mit Psychopharmaka Autofahren?

Wirkt sich die medikamentöse Therapie auf meine Fahrtauglichkeit aus?

Viele stellen sich berechtigterweise diese Frage. Auch hier kommt es wieder auf den Wirkstoff an. Werden Medikamente verschrieben, um Depressionen zu mildern bzw. zu lösen, ist das Autofahren in der Regel kein Problem. Bei Tranquilizern hingegen (z.B. Tavor) kann die medikamentöse Behandlung die Fahrtauglichkeit erheblich eingrenzen. Es ist von dem Autofahren in dieser Periode abzuraten.

Abschließend noch ein Wort zur Dauer der Behandlung. Wie lange die Medikamente eingenommen werden müssen ist abhängig von der körperlichen Verfassung der Patienten. Selbstverständlich gibt es Personen, deren Erkrankung innerhalb weniger Wochen als geheilt gilt. Andere Betroffene hingegen sind auf eine jahrelange Einnahme angewiesen.

Kritik

Die Kritik der Psychopharmaka Liste bezieht sich vor allem auf das Absetzen der Medikamente. Haben Sie das Präparat zu schnell abgesetzt, können entzugsähnliche Symptome auftreten. Zu diesen Symptomen zählen etwa Zittern, Benommenheit, Verwirrtheit, extreme Müdigkeit oder gar Suizidgedanken.

In der Kritik steht vor allem das Absetzen der Medikamente deshalb, weil bei einem abrupten Absetzen der Tabletten oft nicht zwischen den eigentlichen Symptomen der Krankheit und den Entzugserscheinungen unterschieden werden kann. Oft sind Betroffene verwirrt und wissen nicht, wohin mit sich selbst.

Ebenfalls kritisiert wird, dass die Abhängigkeit von Antidepressiva oft bagatellisiert wird. Es kann hier zwar nicht von einer klassischen Abhängigkeit gesprochen werden, wie bei Medikamenten, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, dennoch stellt sich mit der Zeit eine Gewöhnung des Körpers an die Wirkstoffe ein. Dadurch werden auch nach dem Absetzen entzugsähnliche Symptome auftreten.

Psychopharmaka Übersicht - Liste der Medikamente mit Wirkung und Nebenwirkungen (© psdesign1 - stock.adobe.com)
Psychopharmaka Übersicht – Liste der Medikamente mit Wirkung und Nebenwirkungen (© psdesign1 – stock.adobe.com)

Fazit

Das Angebot an verfügbaren Psychopharmaka Medikamente ist nahezu grenzenlos. Für nahezu jede psychische Störung scheint das passende Präparat zur Verfügung zu stehen.

Ob bei Psychosen, Zwangsgedanken, bei Burnout, PTBS, bei bipolaren Störungen, bei Schmerzen oder bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Die Psychopharmaka Liste ist nahezu grenzenlos.

Bei diesen Medikamenten wird eine Einteilung in 6-7 Gruppen vorgenommen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkungsweisen basiert. Beispiele für Antidepressiva sind Citalopram, Opipramol oder Cipralex. Neuroleptika werden hauptsächlich angewendet, um schizophrene Wahnvorstellungen, Halluzinationen und gestörte Selbstbilder zu behandeln. Weitere Anwendungsgebiete sind bei Demenz, gegen Stress, Zwangsgedanken oder zum Schlafen.

Zahlreiche Nebenwirkungen gehen dabei auf das Konto der Psychopharmaka. Erfahrungen zeigen, dass insbesondere beim Absetzen der Medikamente Vorsicht geboten ist. Zwar handelt es sich bei vielen Psychopharmaka um Medikamente, die nicht abhängig machen, allerdings können sich Symptome einstellen, die auf einen Entzug hindeuten. Allerdings sind auch die Auswirkungen auf die Gesundheit während der Einnahme nicht wegzudiskutieren. Daher liegt es an den Betroffenen sich mit den Auswirkungen der Medikamente auf ihren Körper vertraut zu machen.

Quellen und weiterführende Materialien:

  • www.netdoktor.de
  • www.gesundheitsforum.de
  • https://www.youtube.com/watch?v=oDrG6NBqcnk
  • https://www.youtube.com/watch?v=vuqL-Q7HC8M
  • https://www.youtube.com/watch?v=wYv46VjaU1I

Psychopharmaka Liste von A-Z